3 Jahre Ziegenhof

Zu unserem dreijährigen Jubiläum muss ich doch mal wieder etwas schreiben. Viel hat sich getan im letzten halben Jahr/ Jahr. Wir hatten Höhen und Tiefen, haben einige graue Haare mehr bekommen, es sind auch mal Tränen geflossen und wir sind wieder aufgestanden und haben weiter gemacht. Und auch nach 3 Jahren können wir sagen: „Wir bereuen es nicht und würden es immer wieder tun!“

Was uns etwas den Boden unter den Füßen weggezogen hat war die Nachricht das wir erstmal zu zweit hier weitermachen und nicht wie geplant zu viert.
Dazu kam, das sich der Bauantrag für die Käserei und die Baugenehmigung selber ewig hingezogen haben. Da lagen die Nerven mehr als einmal blank. Das darunter auch die Motivation leidet haben wir beide deutlich gemerkt und so ging das Entkernen des alten Stalls nicht so schnell voran wie wir eigentlich geplant hatten.

Im Juli war es dann endlich soweit. Wir haben die Baugenehmigung und sind seit dem auch wieder voller Eifer dabei. Alles in allem haben wir mehr als 30 Tonnen Schutt mit Boschhammer, Schaufel und Schubkarren nach draußen geschafft. Die Abwasserrohre sind verlegt, die Eisenträger und Säulen abgeschliffen und mit Rostschutzfarbe gestrichen und der Unterbeton wurde von einer Firma verlegt. Wenn es halbwegs nach Plan läuft können wir im nächsten Frühjahr die Eröffnung feiern.

Erster Schritt zur Baugenehmigung

Erster Schritt zur Baugenehmigung

So sah es im Frühjahr aus

So sah es im Frühjahr aus

Alles muss raus

Alles muss raus

Abwasser Puzzle :-)

Abwasser Puzzle 🙂

Und schon wieder graben

Und schon wieder graben

Boden drin und Säulen gestrichen

Hier fehlt noch eine Tür

Hier fehlt noch eine Tür

Bei der Heuernte hat dieses Jahr das Wetter einfach nicht mitspielen wollen. Mehr als einmal hat es uns reingeregnet. Und nur mit Hilfe von Gerüsten konnten wir einen Teil des Heus überhaupt trocknen. Den ersten Teil haben wir aber Punktgenau hinein bekommen. Kaum war die letzte Gabel voll Heu in der Scheune ging der Platzregen los. Das war einen Jubelschrei und einen Schnaps im strömenden Regen wert 🙂

Noch spielt das Wetter mit

Noch spielt das Wetter mit

mit Hilfe geht es noch schneller

mit Hilfe geht es noch schneller

Das Heumonster :-)

Das Heumonster 🙂

Das zwischendurch auch mal die Verzweiflung hoch kam hatte auch sein Gutes: Dank einem Gespräch im Arbeitsamt wurde uns dort geholfen alles für eine Selbstständigkeit vorzubereiten. So sind nun die Ziegen keine Hobbyhaltung mehr sondern wir sind ein, wenn auch ein sehr kleiner :-), landwirtschaftlicher Betrieb, der hoffentlich in 2-3 Jahren auch ein bisschen Gewinn erwirtschaftet. Sogar für einen Bericht in der Super Illu hat es schon gereicht 🙂

 

Seit Juli haben wir 2 neue Mitarbeiter Baghira und ShirKhan, die für Kost und Logis bei uns arbeiten und ab und zu ihre Streicheleinheiten einfordern 🙂

Wir hatten immer wieder mit Mäusen zu kämpfen und keine Mausefalle war effektiv genug, bis jetzt 🙂 ….
Es gab Tage, da kamen wir gar nicht hinterher die toten Mäuse so schnell zu entsorgen wie sie uns die angebracht haben. Inzwischen findet man meistens nur noch einen Blutfleck, wenn überhaupt.

ui, alles so fremd hier

ui, alles so fremd hier

Ich bin ShirKhan und wenn ich mal groß bin ...

Ich bin ShirKhan und wenn ich mal groß bin …

und ich bin Baghira, Grrrr...

und ich bin Baghira, Grrrr…

Guckuck

Guckuck

Ich kann auch ganz lieb

Ich kann auch ganz lieb

Wo steckt denn mein Bruder schon wieder?

Wo steckt denn mein Bruder schon wieder?

Gut das wir uns haben :-)

Gut das wir uns haben 🙂

Schlafen im Duett

Schlafen im Duett

gewisse Ähnlichkeit

gewisse Ähnlichkeit

Das Aufregendste war unsere Aktion mit Larry. Da wir nächstes Jahr gerne Milch von allen Ziegen hätten und die Herde auch vergrößert werden soll, müssen die Ziegen gedeckt werden. Also haben wir uns einen jungen, hübschen und lieben Bock ausgesucht, der sogar bei uns halbwegs in der Nähe sein Zuhause hatte. Wir wollten ihn erstmal getrennt von den Mädels halten und haben ihm einen schönen Bockstall eingerichtet. Damit er auch etwas Auslauf hat, haben wir ein Stück Weide abgetrennt und extra eingezäunt. Die Mädels kannten alle einen Elektrozaun, deswegen haben wir uns keine großen Gedanken gemacht.
Als wir Larry geholt hatten, haben wir ihn runter zu seinem Stall geführt und ihn dann von der Leine gelassen, ein großer Fehler ….
Aufgeregt durch die Fahrt, die fremde Umgebung, fremde Leute, getrennt von der alten Herde ist er uns geradewegs in den Elektrozaun gerannt. Normalerweise zucken die Ziegen, und die meisten anderen Tiere auch, zurück wenn sie den Zaun berühren. Aber nicht so Larry, er ist geradewegs durch gerannt, hat sich noch kurz verheddert und weiter ging es. Zum Glück war die Weide dahinter auch umzäunt. Allerdings haben wir gleich den nächsten Fehler gemacht.
Anstatt ihn einfach in Ruhe zu lassen haben wir versucht ihn mit Futter zu locken und ab ging es durch den nächsten Zaun. Ein lauter Platsch sagte uns das er im kleinen Bächlein gelandet war und dann rannte er weiter und wir hinterher. Bei den Nachbarn durch den Garten durch, über eine Schafweide und dann weiter über die Felder, parallel zu einer Straße, eine andere gekreuzt und wir immer weiter hinterher, eigentlich schon ohne Hoffnung ihn noch irgendwie zu erwischen. 3-4 Kilometer über abgeerntet Felder zu rennen macht auch nicht unbedingt Spaß. Wir hatten aber das riesige Glück das zufällig 2 Autos kamen und anhielten, es waren Nachbarn aus dem Dorf, die dann versucht haben den Bock mit einzufangen. Außerdem haben sie jemanden angerufen, der zum einen ein geländegängiges Auto hatte und, viel wichtiger, Erfahrung im einfangen von Schafen und Kühen. Nachdem wir Larry zu dritt umkreist hatten, konnte er den Bock an den Hörnern festhalten und wir hatten endlich unseren Bock wieder. Ich bin dann erstmal mit den Nachbarn zurückgefahren und hab unser Auto geholt, so das wir Larry wieder zu unserem Hof bringen konnten. Die Nacht musste er dann erstmal im verriegelten Stall verbringen, denn auf eine zweite Jagd hatten wir keine Lust mehr :-). Am nächsten Tag haben wir auf die Schnelle einen neuen Zaun gebaut, diesmal aus Brettern und ohne Strom. Inzwischen läuft er mit den Mädels mit und hat sich von ihnen zeigen lassen was ein Elektrozaun ist und hat gelernt das man diesen am besten nicht berührt.

Larry, der Bock

Larry, der Bock

Liebesgefühle bei den Damen

Liebesgefühle bei den Damen

Hier noch einige Impressionen von unseren Ziegen:

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5 Gedanken zu „3 Jahre Ziegenhof

  1. das sind fantastische Ziegen Fotos, ihr solltet einige für Werbezwecke
    benutzen. Wir drücken euch die Daumen, ab jetzt geht es aufwärts. Ihr habt in den 3 Jahren aus einem alten, kaum bewohnbaren Hof ein schönes Zuhause und gemacht und euch einen Traum erfüllt. Viele träumen ein Leben lang vergebens.

  2. Wow, das sind echt tolle Stories. Vor allem die mit dem weggelaufenen Bock, was für ne Action ;DD Ich bin froh dass ihr ihn wieder habt und er sich nun gut einlebt.
    Auch die Käserei sieht Hammer aus, jetzt wo der Boden drin ist. Ich habe es ja noch live in den Anfängen gesehen, das war viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel Arbeit.
    Die Mietzen sind auch sehr süß, ich bin voller guter Zuversicht dass es alles so kommt wie ihr es wolltet. Ihr habt bisher alle Hürden geschafft und werdet es auch weiter packen. Ich drücke die Daumen dass Larry und die Mädels ein paar schöne Stunden (oder Minuten?) haben und die Milch in Strömen im Frühjahr fließt.
    GLG aus München,
    Renee

    Ich komme dann zur Käseprobe vorbei 😉

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