Pläne sind zum verwerfen da :-)

Schon wieder ein neuer Eintrag, dabei ist der letzte doch erst 2 Wochen her… Stimmt aber es hat sich auch Neues ergeben und daran möchten wir euch gerne teilhaben lassen.

Die letzten Tage waren für uns ziemlich anstrengend und eigentlich sind wir im Moment nur noch kaputt und müde aber manchmal geht es eben nicht anders. Aber von Anfang an.

Eigentlich hatten wir einen schönen To Do Plan aufgestellt, was noch möglichst bald erledigt werden soll und vor allem auch in welcher Reihenfolge. Zum Beispiel sollte im Mai, endlich ein zweites Zimmer im Obergeschoss fertig werden. Außerdem wollten wir den Stall weiter herrichten und den Giebel vom Stall reparieren, damit wir dort irgendwann Heu lagern können.

Das Zimmer ist nicht fertig, der Giebel ist nicht repariert und der Stall ist auch noch nicht fertig, faul waren wir aber definitiv nicht. Nur die Pläne haben nicht zu der Reihenfolge unserer Arbeiten gepasst 🙂
Heu muss man nun mal machen wenn das Gras hoch genug steht und die Wettervorhersage für die nächsten 4-5 Tage stimmt. Wir sind also frisch ans Werk. Wolfgang wollte von mir noch wissen welche Wiesen er mähen soll und ich, in meinem jugendlichen Wahnsinn, habe gesagt er soll doch alle mähen. Wer weiss wann das Wetter wieder mitspielt. Zum Glück hört er manchmal nicht auf mich 😉
Als wir am nächsten Tag das erste Mal das Gras, Brennnesseln und Klettlabkraut gewendet haben, bin ich schier verzweifelt, das ich überhaupt nicht vorwärts komme. Mit der richtigen Technik ging es dann zwar besser aber es hat trotzdem noch gedauert. So schön wie das Wetter war haben wir ordentlich geschwitzt und uns eine gewisse Urlaubsbräune geholt. Jeden Tag ging das Wenden zwar leichter von der Hand, da das Gras ja trockener wird, aber die Arme wurden immer schwerer und die Blasen und Schwielen an den Händen mehr.
Am Freitag nachmittag haben wir angefangen das erste Heu einzufahren. Uns war klar das wir es nie an einem Tag schaffen, sondern vermutlich mindestens 3 Tage brauchen, falls uns das Wetter bis dahin nicht einen Strich durch die Rechnung macht. Während wir die ersten Ladungen auf den Hänger verladen taucht unerwartet Hilfe auf. Auf einmal steht die Freundin von unserem Nachbarn da und fragt ob sie uns helfen kann. Wie haben wir uns gefreut. Kurz darauf, kam noch ihre Schwiegermutter in spe und hat auch noch kräftig mit angepackt. Das Heu haben wir am ersten Tag mit Hilfe einer selbst gebastelten Konstruktion auf den Heuboden gebracht. Heu in Plane, Plane mit Karabiner ans Seil, Seil über eine waagrecht befestigte Leiter nach oben gezogen und so nach innen geschafft.

unser erstes Heu

unser erstes Heu

und noch mehr

und noch mehr

ein Heuwagen wäre nicht schlecht

ein Heuwagen wäre nicht schlecht

und jetzt hoch?

und jetzt hoch?

funktioniert :-)

funktioniert 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Samstag haben uns nicht nur die beiden bei der restlichen Arbeit geholfen, sondern fast die ganze Familie mit Anhang. Wohlgemerkt, sie hatten selber zuvor Heu gemacht und eingebracht und danach bei uns weitergemacht. Wir waren zum Schluss 9 Leute! Bedanken konnten wir uns gar nicht genug, wir haben aber zumindest abends den Grill angeworfen, alle zum Essen eingeladen und gemeinsam das eine oder andere Bier getrunken. Von soviel Hilfsbereitschaft sind wir schlichtweg überwältigt.

noch lange nicht voll aber ein Anfang

noch lange nicht voll aber ein Anfang

Zumal wir ja zu der Zeit auch noch ein anderes „Problem“ hatten, von dem wir zu der Zeit aber noch niemandem erzählen wollten, und die Zeit drängte. Letzten Mittwoch, also der zweite Tag an dem wir Heu gewendet haben, stand in der Zeitung eine Kleinanzeige. Weibliche Thüringer Waldziegenlämmer zu verkaufen. Morgens angerufen, nachmittags hingefahren und es war klar, die wollen wir, alle 5. Jetzt musste auf die Schnelle ein Zaun her, eine Unterstellmöglichkeit und Futter. Zum Glück hatten wir den alten Holzschuppen (siehe letzter Blogeintrag) schon soweit hergerichtet das er trocken und stabil ist. Nun haben wir drinnen noch sauber gemacht, alte herausstehende Nägel entfernt, die Glasfenster, soweit noch vorhanden, gegen Plexiglas ausgetauscht und eine Heuraufe und Liegeflächen aus alten Holzresten gebaut.
Auch wenn ich nicht wirklich begeistert von einem Elektrozaun bin, es war erstmal das einfachste. Einen Ziegenfesten Zaun aus Holz zu bauen hätten wir in der Kürze der Zeit nicht mehr geschafft. Da wir von Weidenetzen eher nur schlechtes im Internet gelesen haben, Ziegen verfangen sich gerne mal in ihnen, haben wir uns für einzelne Litzen entschieden und haben nun einen hoffentlich ausbruchsicheren Elektrozaun mit 5 Litzen. Für die, die wie ich, nicht wissen was eine Litze ist, so nennt man den Draht der zwischen den Pfosten gespannt ist, wir haben also auf 5 verschiedenen Höhen einen Stromführenden Draht. Um es den Ziegen so schön wie möglich zu machen haben wir auch noch einige Bruchsteine zu einem kleinen Kletterhügel aufgestapelt, alte Schieferplatten zum sonnen auf den Boden und einen alten Baum zum balancieren hingelegt.

Transportfahrzeug

Transportfahrzeug

Spielplatz

Spielplatz

Heuraufe und Liegefläche

Heuraufe und Liegefläche

Außer den Liegeflächen wurde auch schon alles angenommen. Einen zweiten Futtertisch, den wir heute noch schnell für das Grünfutter gebaut haben und der nicht mit der Wand verschraubt war, wurde schon umgeworfen, es könnte ja noch was leckeres drin sein… Jetzt ist der Futtertisch Ziegensicher verschraubt aber ich denke sowas wird uns noch öfters passieren 🙂

Die Fahrt hierher war auch ganz schön aufregend. Keines der Lämmer wollte sich so recht hinlegen und tapfer haben alle 5 versucht jeder Kurve und jedem Bremsmanöver zu trotzen und auf den Beinchen stehen zu bleiben. Sonst hätte man ja nicht mehr zum Fenster rausgucken können. Ich weiß nicht wer neugieriger war: wir, die Ziegen oder die anderen Autofahrer 🙂

noch etwas schüchtern

noch etwas schüchtern

das Heu wurde akzeptiert

das Heu wurde akzeptiert

"Hmmm, lecker Kamerabändchen" :-)

„Hmmm, lecker Kamerabändchen“ 🙂

alles muss genau inspiziert werden

alles muss genau inspiziert werden

und wir lernen: Nix stehen lassen. Auch keine Kaffeetasse:-)

und wir lernen: Nix stehen lassen. Auch keine Kaffeetasse:-)

aus dem "Jägerstand"

aus dem „Jägerstand“

Das erste Heu ist also eingefahren, den Ziegen geht es gut und wir können uns mal eine kleine Pause gönnen und werden die nächsten Tage vor allem eines tun: Ziegen beobachten 🙂

2 Gedanken zu „Pläne sind zum verwerfen da :-)

  1. Ihr beide seit echt toll!!
    Ich wünsche euch noch viel Kraft, gute Laune und verzagt nicht. Ihr schafft das!!!!
    Liebe Grüße, Siggi

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