Frühlingsgefühle

Es ist geschafft, seit Mitte Februar ist endlich unser Bad fertig. Nun gut es fehlen noch paar Kleinigkeiten. Aber für uns hat es die Definition von fertig, wer braucht schon Sockelfliesen? :-). Und hier noch mal der Vergleich vor und nach der Renovierung:

Vorher

Vorher

Nachher

Nachher

Eigentlich haben wir gehofft, das Esszimmer relativ schnell fertig zu bekommen. Die neuen Kabel sind ja schon verlegt und der Unterputz ist auch schon seit geraumer Zeit fertig. Aber es gibt bekanntlich immer neue Überraschungen. Da sich an einigen Stellen der Boden aufgewölbt hatte mussten wir der Sache mal auf den Grund gehen. Dabei hat Wolfgang herausgefunden das sich unter dem PVC Belag kein „normaler“ Zementestrich befindet, sondern ein sogenannter Steinholz- oder auch Magnesit-estrich. Wie der Name schon sagt ist ein Bestandteil Holz, feinste Sägespäne, und die mögen es gar nicht wenn es feucht ist. Da wir aber im Mauerwerk immer noch etwas aufsteigende Feuchtigkeit haben ist der Estrich an verschiedenen Stellen aufgebrochen. Ein Fachmann, den wir dazugeholt haben, meinte dann auch das wir den Estrich entfernen müssten und am besten auch die Wand abdichten, indem man viele kleine Löcher bohrt und dort ein trocknendes, verfestigendes Mittel injiziert. Also haben wir in einer Hauruckaktion den gesamten Estrich herausgemeißelt, bzw. Wolfgang hat gemeißelt und ich habe eimerweise den Schutt raus getragen. Danach wurden ganz viele Löcher gebohrt und das Mittelchen mit Hilfe von Trichtern in die Bohrlöcher eingebracht, dabei wurden wir tatkräftig von meinem Brüderchen unterstützt. Danach haben wir noch den Dachboden nach Schätzen durchkämmt aber leider bis jetzt nix gefunden, außer jeder Menge alter Dias, Fotos und haufenweise Staub 🙂

Abrissarbeiten und...

Abrissarbeiten und…

... Aufräumarbeiten

… Aufräumarbeiten

Manche machen das mit einem großen Eimer

Manche machen das mit einem großen Eimer

andere wohl dosiert :-)

andere wohl dosiert 🙂

Nachdem der Estrich entfernt war habe ich mich weiter um die Decke gekümmert. Wie schon beim letzten Mal erwähnt hat sich hier der Putz gelöst. Leider war es auch hier wieder nicht ganz so einfach wie anfangs gedacht. Ungefähr die Hälfte des Deckenputzes ließ sich relativ einfach entfernen. Bei der zweiten Hälfte stellte sich heraus das hier anscheinend schon mal ausgebessert wurde und statt Lehm sogenannte „Sauerkrautplatten“ verwendet wurden. Da ich den Putz hier nicht entfernen konnte musste also doch die Leimfarbe mühsam abgekratzt werden. Nun ist das Esszimmer aber sozusagen komplett entkernt und wir können mit dem Wiederaufbau beginnen.

Im Obergeschoss haben die Handwerker angefangen eine Verschalung zu bauen, in die demnächst, wenn es etwas wärmer geworden ist, Lehm gestampft wird und damit die Wand und die Dämmung verstärkt wird. Auf der Giebelseite (bestehend aus Bruchstein) wurde eine Dämmung aus Schilfrohrplatten angebracht. Wir sind schon sehr gespannt wie das Ergebnis mal aussehen wird.

Lattenkonstruktion für die Stampflehmwand

Lattenkonstruktion für die Stampflehmwand

Schilfrohrdämmung

Schilfrohrdämmung

Die letzten Tage haben wir vor allem draußen verbracht. Klar haben wir eigentlich im Haus genug zu tun aber bei den ersten warmen Sonnenstrahlen hat uns einfach nichts drinn halten können. So haben wir angefangen den Innenhof von Erde zu befreien, darunter kommen schöne rote Ziegel zum Vorschein, den völlig verwilderten Gemüsegarten auf Vordermann zu bringen (was noch Wochen dauern wird) und haben die ersten Bäume entweder zurückgeschnitten  oder gleich ganz gefällt. Während wir den ersten Baum noch mit einer Handsäge gestutzt hatten, haben uns bei der Fällaktion Wolfgangs Eltern samt Motorsäge kräftig unterstützt. Und nach einem ganzen Tag Bäume fällen und zusammen zu schneiden waren wir abends alle ganz schön müde.

Zum Teil freigelegter Innenhof

Zum Teil freigelegter Innenhof

Schwiegermama beim Holz schleppen

Schwiegermama beim Holz schleppen

Und Schwiergerpapa beim zersägen

Und Schwiergerpapa beim zersägen

Suzuki im Einsatz

Suzuki im Einsatz

Das Ergebnis eines Tages

Das Ergebnis eines Tages

Die ersten Schritte für eine Käserei und den weiteren Um- und Ausbau wurden nun in die Wege geleitet, So bekommen wir nächste Woche Besuch von einem Heizungsbauer, der uns dann hoffentlich bald eine neue Heizungsanlage bauen kann, einem Bauingenieur, der sich einiges zwecks Statik angucken wird, zudem können wir ohne Bauingenieur oder Architekten keinen Bauantrag stellen, den wir aber für den Umbau von einem Stall in eine Käserei brauchen. Außerdem schaut das Veterinäramt mal vorbei, denn ohne deren Einwilligung wird das weder mit den Ziegen noch mit der Käserei was, und wir möchten ja auch das es den Ziegen später gut bei uns geht. Zu guter Letzt hat das Denkmalamt eine lange Liste von geplanten Umbauarbeiten und Modernisierungen von uns bekommen, angefangen von neuen Fenstern, über Wände die wir entfernen möchten, bis hin zu einer Photovoltaikanlage.

So langsam gibt es auch bei uns wieder ein bisschen Luxus :-), wir haben endlich wieder einen Backofen. Ihr glaubt gar nicht was das für eine Erleichterung sein kann, zum einen sind mir langsam die Rezeptideen ausgegangen (ohne Ofen und nur 2 Flammen) und zum anderen kann man nun auch mal einfach eine Pizza in den Ofen schieben, wenn man denn mal so gar keine Lust mehr zum kochen hat.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.